Sonnengrüße – SŪRYA NAMASKĀRA – sind viel mehr als eine Abfolge von Bewegungen. Sie wirken direkt auf das Nervensystem und beeinflussen zentrale Prozesse im Gehirn.
DIE PRAXIS FINDET JEDEN MORGEN VON 7:00 – 7:15 LIVE I ONLINE STATT.
Die Wirkung und Praxis der Sonnengrüße
Ursprünglich dienen Sonnengrüße dazu, „die Sonne zu begrüßen“ und werden daher idealerweise am Morgen praktiziert. Durch die körperliche Aktivierung nach dem Aufstehen sprechen sie zunächst vor allem das sympathische Nervensystem an und helfen dabei, sanft wach zu werden.

Gleichzeitig zeigt sich bei regelmäßiger und längerer Praxis ein gegenteiliger Effekt: Das Nervensystem kommt in Balance. Denn die wiederholte Bewegung in Verbindung mit der Atmung trägt dazu bei, das Gehirn zu entspannen und den Parasympathikus zu aktivieren.
Darüber hinaus haben Sonnengrüße einen direkten Einfluss auf zentrale körperliche und neuronale Prozesse. Sie trainieren das Herz-Kreislauf-System und fördern die Ausschüttung des sogenannten Brain-Derived Neurotrophic Factor (BDNF). Dieser unterstützt nicht nur den Schutz bestehender Nervenzellen, sondern auch die Bildung neuer neuronaler Verbindungen. Dadurch verbessert sich langfristig die Kommunikation innerhalb des Gehirns.
Zudem zeigen Studien, dass sich durch regelmäßige Praxis die graue Substanz im Bereich des Hippocampus erhöhen kann. Dies steht in engem Zusammenhang mit einer verbesserten Lern- und Gedächtnisleistung.
Auch auf neurochemischer Ebene entfalten Sonnengrüße ihre Wirkung.
Moderate, ausdauerorientierte Bewegung fördert die Bildung von Serotonin, was sich positiv auf Stimmung und emotionale Stabilität auswirkt. Gleichzeitig wird der Abbau von Stresshormonen wie Cortisol und Noradrenalin unterstützt.
Dadurch entsteht ein natürlicher Ausgleich: Während Stress reduziert wird, werden gleichzeitig Dopamin und Serotonin ausgeschüttet. Das aktiviert das körpereigene Belohnungssystem und trägt dazu bei, emotionale Stabilität aufzubauen.
Insgesamt zeigt sich: Regelmäßige Praxis wirkt sowohl kurzfristig regulierend als auch langfristig stabilisierend – auf körperlicher, mentaler und emotionaler Ebene.
Quelle: Wolke, M. (2017). Resilient durch Yoga – Psychische Erkrankungen umfassend behandeln. Paderborn: Junfermann.


